Reisende, die mit der Eisenbahn nach Leipzig kommen, stehen bereits beim Aussteigen aus dem Zug in der bekanntesten Leipziger Sehenswürdigkeiten, dem Hauptbahnhof.
Nachdem zwei der ehemals 26 Bahnsteige dem neu gebauten Parkhaus Ost weichen mussten, hat seinen ersten Rang in Europa verloren, was die Zahl der Bahnsteige betrifft, aber seine Fläche reicht in Europa noch immer kein anderer Bahnhof heran.
Im Jahr 2015 kann er auf ein 100-jähriges Bestehen zurückschauen. In 13 Jahren Bauzeit entstand die knapp 300 Meter breite Fassade des Bahnhofs.
Der dafür benötigte Kies wurde im Nordwesten der Stadt abgebaut. Die dadurch entstandene Kiesgrube wurde zum heutigen Auensee.
Der Entwurf „Licht und Luft“ wurde aus einer Vielzahl von Entwürfen zahlreicher Architekten ausgewählt und bis heute so beibehalten.
Die Riesenmenge Glas in den Decken der Gleisbögen und der beiden Hallen nahm im II. Weltkrieg schweren Schaden, wurde aber originalgetreu wieder aufgebaut.
Einst beherbergte der Bahnhof die Telefonzentrale der Stadt Leipzig und unter dem ehemaligen Querbahnsteig befand sich eine Trinkwasserzisterne mit den Notreserven der Stadt. Im östlichen Seitenteil befand sich die Betriebsküche der Deutschen Reichsbahn mit einem Personalhotel.
Im Jahr 1997 wurden die „Bahnhofsarkaden“ eröffnet. Das Einkaufszentrum auf drei Etagen wird nicht nur von den Tausenden Reisenden täglich für den Einkauf genutzt. Auch die Einheimischen gehen dort gern bummeln, besonders weil die Geschäfte im Bahnhof nur zum Teil an die Ladenschlussbedingungen des Landes Sachsen gebunden sind.
Dafür wurden die bereits vorhandenen Hohlräume der ehemaligen Trinkwasserzisterne ausgebaut und bieten heute zahlreichen kleinen Geschäften, Boutiquen und Discountern aller Art Platz. Café und Imbissständen bieten kleine Leckereien für die Reisenden und Einkaufsbummler an.
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