Wer Leipzig einen Besuch abstattet, sollte unbedingt einen Spaziergang zur Nikolaikirche machen, die in der Wendezeit so oft im Blickpunkt der Medien stand.
Sie liegt mitten im Zentrum, etwa 8 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt.
Im Jahre 1165 wurde Leipzig das Stadt- und Marktrecht verliehen. Aus diesem Anlass wurde der Bau der Stadt- und Pfarrkirche St. Nikolai erbaut.
Die Kirche wurde ursprünglich im romanischen Stil erbaut, der bei den Umbauten und Erweiterungen bis auf die Westseite verloren ging. Heute zählt die dreischiffige Kirche zu den Spätgotikbauten.
Zahlreiche Gemälde des Künstlers Adam Friedrich Oeser fügen sich harmonisch in die klassizistische Ausstattung ein.
Durch die mehrfachen Umbauten des gesamten Gebäudes und des Innenraumes findet sich hier eine Merkwürdigkeit: die Pfeiler der Kirchenhalle. Die ursprünglichen Pfeiler wurde umgearbeitet und es musste ein Übergang von einer Stilrichtung zur anderen geschaffen werden. Deshalb zieren die Säulen am Übergang zum Deckengewölbe stilisierte Palmenblätter.
Die Nikolaikirche spielte bei den „Montagsdemonstrationen“ in Leipzig eine entscheidende Rolle. Die hier stattfindenden Friedensgebete waren der Ausgangspunkt für die friedliche Revolution im Jahr 1989. Hier trafen sich die ersten „Revolutionäre“. Die Leipziger verfolgten wachen Auges die Nachrichten und immer mehr schlossen sich den daraus hervorgehenden Montagsdemonstrationen an.
Immer mehr Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung pilgerten montags nach Leipzig, um ihrem Wunsch nach Freiheit Ausdruck zu geben. Von Woche zu Woche wurden es mehr, bis schließlich Anfang Oktober 1989 mehr als 100.000 Menschen über den Ring zogen. Die DDR-Regierung ließ im äußeren Innenstadtring die Kampfgruppen der Arbeiter aufmarschieren und zog in der Umgebung Kräfte der NVA zusammen. Die Atmosphäre war beängstigend gespannt und es ist vor allem den Bemühungen von Kurt Masur zu danken, dass es an diesem Tag keine Toten, sondern eine befreiende Entscheidung der DDR-Regierung gab.
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